Auszug aus dem Schandkommentar von Welt Online über die erfolgreiche Deutsche Handball-Weltmeisterschaftsmannschaft

Finn, Erik, Steffen, Carsten, Andreas, Rune, Martin

Bereits ein erster Blick auf das Mannschaftsfoto erhellt: Das frische Erfolgsteam hat keinen einzigen Spieler mit dunkler Hautfarbe oder auch nur südländischem Teint. Es handelt sich, mehr noch, um eine Mannschaft ohne jeglichen Migrationshintergrund. 100 Prozent kartoffeldeutsche Leistungsbereitschaft. Wir listen die Vornamen der Spieler vollständig: Hendrik, Finn, Erik, Christian, Steffen, Jannik, Niclas, Steffen, Fabian, Simon, Tobias, Johannes, Carsten, Andreas, Rune, Martin. Alle Achtung! Das muß man 2016 in diesem Land erst einmal hinbekommen.

Wolfram Eilenberger, typischer "Linksphilosoph", auf Kosten der Bürger studiert haßt er das Volk, das ihn ernährt hat

Wolfram Eilenberger, typischer “Linksphilosoph”, auf Kosten der Bürger studiert haßt er das Volk, das ihn ernährt hat

Offenbar ist dieser Sport sozialdynamisch irgendwo vor drei Jahrzehnten stecken geblieben. Und genau damit wäre auch die gesellschaftlich-politische Alternative benannt, für die Handball in der nun neu entfachten Imagination des Sportfans steht: Er verweist mit aller Macht auf eine selig verklärte, deutsche Reihenhausvergangenheit der achtziger Jahre. Wenn Fußball Merkel ist, ist Handball Petry.

Ich könnte jetzt noch sagen, daß der einzige Ausländer des Teams, der Trainer, aus Island stammt und das ebenfalls perfekt ins nordisch-arisierte Bild paßt. Das wäre zwar ein bißchen gemein, doch ich glaube, dargelegt zu haben, weshalb dem Handball eine strahlende Zukunft vorausgesagt werden darf, mit stabilen Marktanteilen von bis zu 25 Prozent. Und auch, warum diese Handballzukunft auch in Zukunft ohne mich als Fan oder auch nur Zuschauer stattfinden wird. Handball als Alternative für Deutschland? Danke, nein.

Die Zeitung, erschrocken über den Shitstorm, der über sie hereinbricht, kündigt daraufhin diensteifrig an:

Liebe Leserinnen und Leser, uns erreicht nicht nur hier in den Kommentaren, sondern auch auf einigen anderen Kanälen zum Teil sehr harsche Kritik an diesem Kolumnen-Beitrag von Wolfram Eilenberger. Wir nehmen das zum Anlass, in den kommenden Tagen einen weiteren Beitrag zum Thema Handball und Diversität folgen zu lassen.

Originalbeitrag erschienen auf http://www.zeit.de/sport/2016-02/handball-deutschland-europameister-alternative-fuer-deutschland/seite-2